Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde

Obwohl seit Jahren die Zahl der VPG-Hunde sowie auch Hundeführer rückläufig ist, werden noch in vielen Vereinen Hunde zum Schutzhund ausgebildet. Ehemals Schutzhundesport, heißt diese Sportart seit einigen Jahren VPG = Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde.
Der Gebrauchshund ist ein leistungsfähiger Arbeitshund. Er kann aufgrund seiner trieblichen Qualitäten und seiner Konstitution für verschiedene Aufgaben ausgebildet und genutzt werden. Insbesondere
die Schutzhundarbeit mit den Abteilungen Unterordnung, Schutzdienst und Fährte ist bestens geeignet, um durch Ausbildung, Sichtung, Selektion und Zucht einen Hundetyp zu erhalten,
der durch Sozialverhalten, Intelligenz, Nervenstärke und entsprechende Triebveranlagung sowohl im Sport als auch als Diensthund verwendbar ist.

Bei der Fährtenarbeit hat der Hund der Spur einer Person zu folgen, es werden Konzentrationsfähigkeit des Hundes, sowie Leistungsfähigkeit des Geruchsorganes überprüft.
Bei dieser Arbeit hat der Hundeführer direkten Kontakt mit der Natur und erlebt dabei faszinierende Fähigkeiten seines Hundes. Berücksichtigen muss der Hundeführer bei der Ausbildung die Windrichtung, Bodenbeschaffenheit und Witterung.

In der Unterordnung müssen Hundeführer und Hund Harmonie und Teamgeist unter Beweis stellen. Es werden Lernvermögen, Intelligenz, Konzentration und unter anderem auch Sozialverhalten vom Hund gefordert.

Bei der dritten Disziplin, dem Schutzdienst, beißt der Hund in den sogenannten Schutzdienstärmel, der sich am Arm des Schutzdiensthelfers befindet. Dies jedoch hat nichts mit Aggression zu tun, hierbei wird bei dem Hund das Beuteverhalten gezielt gefördert und genutzt. Kann er dieses nicht üben und ausleben, fehlt ein Teil artgerechter Haltung. Um dieses Verhalten einordnen zu können, sollte man versuchen zu verstehen, was vorher und währenddessen im Kopf des Hundes abläuft.

Die Verhaltensweisen des Hundes lassen sich den vier Motivationen zuordnen, die den klassischen Trieben entsprechen: Nahrungsaufnahme - Fortpflanzung - Angriff - Flucht
Im Schutzdienst stellt sich das folgendermaßen dar:
- Nahrungsaufnahme (auch die Jagd) = Beuteverhalten
- Angriff = Aggressionsverhalten
- Flucht = Meideverhalten
Verhaltensweisen der Fortpflanzung werden im Schutzdienst nicht genutzt.
Jeder dieser Motivationsbereiche hat spezifische Auslösereize, Verhaltensweisen und Triebziele, die im Schutzdienst bewusst angesprochen, gesteuert und befriedigt werden.
Der Reiz für Beuteverhalten, z.B. ein flüchtendes Tier ist eine Bewegung weg vom Hund. Ob das Objekt ein Tier oder ein Ball, der vom Hund apportiert wird, oder der Schutzdienstärmel ist, macht für den Hund keinen Unterschied. Das "fliehende" Objekt wird verfolgt. Für den Hund ist der Schutzärmel sein Spielzeug, seine Beute, die ihm vom Schutzdiensthelfer regelmäßig überlassen wird. Zum Abschluss des Trainings darf der Hund den Ärmel vom Platz tragen
Die Befürchtung, dass der Hund lernt, sich bewegende Objekte (Autos, Radfahrer, Jogger, usw.) auch im Alltagsleben zu verfolgen, ist, wie die Praxis zeigt, unbegründet, denn beim Training treten sehr spezifische verhaltensauslösende Reize auf, die es in dieser Form in keiner anderen Situation gibt. Das Beuteobjekt "Schutzdienstarm" ist eine Attrappe, die im normalen Alltag nicht vorkommt. Ein damit normal ausgebildeter, wesensfester Hund wird niemals zubeißen, wenn zum Beispiel ein Kind wegläuft oder beim Spiel seine Arme in die Luft wirft. Der Schutzdienst ist ein reglementierter und ritualisierter Kampf zwischen Schutzdiensthelfer und Hund.
Bei der Schutzdienstprüfung zeigt sich ob die Triebbereiche Beute- und Aggressionsverhalten ausreichend vorhanden sind. Vorwiegend werden Nervenstärke bzw. Selbstbeherrschung, aber auch Gehorsam des Hundes unter Belastung überprüft. Solch ausgebildete Hunde werden nicht durch Beißunfälle auffällig. Unkontrollierbare Hunde haben bei einer Schutzhundprüfung keine Chance, sie werden ausgeschlossen.
Bevor es zu einer Schutzhundprüfung kommt, muss der Hund eine Begleithundeprüfung ablegen, in der sichergestellt wird, dass er Gehorsam, Nervenstärke und ein normales Sozialverhalten an den Tag legt.
- Trainingszeiten:
Dienstags ab 17:00 Uhr | Samstags ab 15:00 Uhr
Fährte nach Absprache - Leitung: Marion Eckl ( vpg@hundefreunde-dachau.de )
